Achtsamkeit
Gute Nachtruhe
© Tabea (Marketing) / veröffentlicht am: 05. Februar 2025
Es war ein langer Tag. Du bist müde, drehst dich von der einen auf die andere Seite, veränderst immer wieder die Position deines Kopfkissens und trinkst noch einen Schluck Wasser. Aber du schaffst es einfach nicht loszulassen und einzuschlafen.

Jedes Mal, wenn du gerade denkst, dass deine Gedanken endlich abschweifen, wirst du von einem neuen Impuls zurückgeholt, der dich weiter beschäftigt. Etwas, das du gestern vergessen hast zu erledigen und du noch gedanklich auf deine To-Do-Liste setzt. Ein kurzer Blick auf den Stapel Papierkram auf dem Schreibtisch oder den Wäschekorb in der Ecke. Du erinnerst dich an ein Gespräch vom Vortag. Und währenddessen vergeht genau die Zeit, die du eigentlich zum Ausruhen brauchst. Kommt dir das bekannt vor?
Die Gedanken verlangsamen sich
Falls ja, dann stell dir nun mal Folgendes vor. Du bist gemütlich eingewickelt in deine Decke und während das letzte Stück Holz den Raum wärmt, fühlen sich deine Beine von der Wanderung im Wald angenehm erschöpft an. Die Sonne ist schon vor einer Weile untergegangen und langsam tauchen die Sterne am Himmel auf. Wenn man einen Großteil der Zeit in der Stadt verbringt, vergisst man leicht, wie dunkel der Nachthimmel sein kann. Und wie viel heller die Sterne im Kontrast dazu leuchten.
Du wendest dich dem Fenster zu und lässt deinen Blick schweifen. Während sich deine Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnen, tauchen immer mehr Sterne auf, sogar ein kleiner Umriss der Umgebung wird sichtbar. Und obwohl dich die unendliche Weite fasziniert, überkommt dich eine angenehme Taubheit. Deine Gedanken verlangsamen sich, bis du schließlich sanft in einen tiefen Schlaf abdriftest.

Aber was macht hier den entscheidenden Unterschied?
Wir sind in unserem Alltag an ständige Reize gewöhnt, darum handelt es sich bei den wenigen Minuten vor dem Schlafen gehen oft um die einzigen, in denen wir noch völlig ungestört sind. Das mag zwar nach einer wohlverdienten Pause klingen, kann aber auch das Gegenteil bewirken.
Achtsamer mit unserem Schlaf umgehen
Gerade wenn es dunkel und ruhig um uns herum wird, stürmen all die Gedanken und Emotionen, die während des Tages durch Ablenkungen verdrängt wurden, auf uns ein – wie eine Flut an Eindrücken, die verarbeitet werden wollen. Das kann eine sehr überwältigende und unangenehme Erfahrung sein und uns den wohlverdienten Schlaf verwehren. Wie können wir also achtsamer mit unserem Schlaf umgehen?
Auch wenn wir unsere Schlafprobleme gerne auf die immerwährende Always-on-Kultur und soziale Algorithmen schieben, die uns ständig beschäftigen, gibt es doch einige Dinge, die wir aktiv tun können, um die Situation zu verbessern.

Anstatt alle Eindrücke zu eliminieren, geht es vielmehr darum, eine bewusste Auswahl zu treffen. Entschleunigende Dinge wie ein beruhigender Podcast, der mit einem Einschlaf-Timer eingestellt wird, oder einfach nur das Zählen von Sternen sind Beispiele für Aktivitäten, die den Schlaf fördern, anstatt ihn zu verhindern.
Es gilt, das richtige Maß zu finden: Genug Ablenkung, um nicht von den eigenen Gedanken überwältigt zu werden, aber zugleich gerade so wenig, dass man nicht länger als nötig wach bleibt.

Ein guter Schlaf kann den Ton für den gesamten Tag angeben – wir alle haben sicherlich schon einmal einen schlechten Tag nach einer unruhigen Nacht gehabt. Aber das Gegenteil gilt eben auch für eine gute Nachtruhe.
Verbesserte Konzentration und emotionales Gleichgewicht
Genau wie Bewegung und gesunde Ernährung nährt Schlaf den Körper. Wie viel Schlaf man braucht und zu welchen Zeiten, hängt zwar stark von der jeweiligen Person ab, aber die Vorteile sind dieselben. Eine erholsame Nacht sorgt in der Regel für eine bessere Stimmung und eine erhöhte Konzentration. Oftmals werden sogar das emotionale Gleichgewicht und die allgemeine Motivation verbessert.
Wenn du also das nächste Mal jemandem eine "Gute Nacht" wünschst oder "Schlaf Gut" sagst, nimm dir doch eine Minute Zeit, um aktiv darüber nachzudenken. Wie sieht meine Umgebung aus? Welche Gedanken schwirren mir im Kopf herum? Welche Gefühle wecken diese in mir? Damit setzt du die Weichen für eine erholsame Nacht und einen guten Tag.



